Sentinel-1 NG: Europas neue Radar-Augen
Auf der ILA 2026 fällt der Startschuss für die nächste Generation der Copernicus-Radarsatelliten, mit deutscher Wertschöpfung am Bodensee.
Deals · ILA Berlin 2026 Foto: Messe Berlin / Johannes Zappe Ein Vertrag für den Blick auf die Erde
ESA und Thales Alenia Space unterzeichnen auf der ILA den Vertrag über die ersten Elemente der neuen Radarsatelliten-Generation für das Copernicus-Programm.
Wenn Europa Überschwemmungen, Waldbrände oder Gletscherschmelzen erfasst, geschieht dies meist durch die Radaraugen der Sentinel-1-Satelliten. Auf der ILA Berlin 2026 wurde ihre Zukunft besiegelt: ESA und Thales Alenia Space unterzeichneten den Vertrag über die ersten Elemente von Sentinel-1 Next Generation, ein Programm von rund 700 Millionen Euro für zwei neue Radarsatelliten des Copernicus-Erdbeobachtungsprogramms.
Ein kräftiges Stück der Wertschöpfung bleibt in Deutschland: Ebenfalls auf der Show erhielt Airbus den Auftrag über 345 Millionen Euro für die beiden C-Band-SAR-Hauptinstrumente, das Herzstück der Satelliten. Gebaut und getestet werden sie in Friedrichshafen am Bodensee.
Radar für Klima, Katastrophen und Sicherheit
Die neue Generation soll schärfer und schneller hinsehen als ihre Vorgänger: Umweltschutz, Klimaüberwachung und die Bewertung von Naturkatastrophen stehen im Zentrum der Mission. Dass die Unterschriften auf der ILA geleistet wurden, unterstreicht die Rolle der Show als europäische Space-Bühne, vom Space Pavilion bis zur ISS-Liveschalte.
Für die Industrie ist der Abschluss doppelt relevant: Er sichert Kompetenz und Arbeitsplätze in der deutschen Raumfahrt und zeigt, dass institutionelle Großaufträge auf der ILA nicht nur angekündigt, sondern unterschrieben werden.