Wettlauf um die souveräne Weltraumaufklärung
Kaum ein Thema hat die ILA 2026 so geprägt wie die Frage, wer Europas Blick aus dem All organisiert. Die Antwort: gleich drei neue Allianzen.
Deals · ILA Berlin 2026 Foto: Messe Berlin / Johannes Zappe Drei Teams, ein Ziel
Rheinmetall und ICEYE, Helsing und OHB, dazu ein Airbus-geführtes Konsortium: Die deutsche Industrie bringt sich für die weltraumgestützte Aufklärung in Stellung.
Souveräne Aufklärung aus dem All war das strategische Leitmotiv der ILA Berlin 2026, und die Industrie lieferte im Tagestakt. Den Auftakt machte Rheinmetall ICEYE Space Solutions: Das Joint Venture aus Rheinmetall (60 Prozent) und dem finnischen Radarsatelliten-Spezialisten ICEYE (40 Prozent, Sitz in Neuss) stellte sein Industrienetzwerk vor und gewann mit Reflex Aerospace, OroraTech, ConstellR und LiveEO vier deutsche New-Space-Firmen als erste Partner für eine offene, multimodale ISR-Architektur.
Airbus Defence and Space antwortete mit einem eigenen, nicht-exklusiven Team: Gemeinsam mit Rohde & Schwarz, constellr, Orbint und HPS formierte der Konzern ein souveränes Space-Intelligence-Team für satellitengestützte Erdbeobachtung, mit Airbus als Systemintegrator.
KIRK sammelt die Start-ups ein
Den dichtesten Termin lieferte KIRK, das Space-Defence-Joint-Venture von Helsing und OHB, erweitert um Kongsberg und HENSOLDT: An einem einzigen Showtag unterzeichnete KIRK sieben Absichtserklärungen mit europäischen Space-Start-ups und Mittelständlern, darunter ConstellR, Rocket Factory Augsburg, Marble Imaging und LiveEO. Die Allianz versteht sich als Keimzelle einer europäischen Weltraumaufklärung.
Dass drei konkurrierende Konsortien dieselbe Show für ihre Formation wählten, sagt viel über die ILA: Wer beim Thema Space-Sicherheit dabei sein will, zeigt sich in Berlin, mit Partnern, Modellen und Unterschriften.